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Spielberichte HSC Bad Neustadt - SG DJK Rimpar
Spielberichte HSC Bad Neustadt - SG DJK Rimpar
24.01.2010
Regionalliga Süd  -  18. Spieltag

HSC Bad Neustadt- SG DJK Rimpar  18:24   (9:12)


HSC Bad Neustadt streckt sich vergebens

Starker Keeper Stefan Schuchardt kann Derby-Niederlage gegen Rimpar vor 1000 Fans nicht verhindern

Nach dem Abpfiff sah man nur lange Gesichter im HSC-Lager. Im ersten Pflichtspiel des Jahres unterlagen die Schützlinge von Matthias Obinger im Unterfranken-Derby gegen die SG DJK Rimpar. Die Gäste haben nach dem katastrophalen Saisonstart (0:16 Punkte) wieder das rettende Ufer in Sicht und siegten nach einem Match der vergebenen Torchancen verdient.

Vor 1000 Zuschauern, darunter ca. 300 begeisterte Gästefans, lag die SG DJK nach zwei Minuten 2:0 in Führung und zeigte nichts von Nervosität. Die HSC´ler verzweifelten dagegen schon in den Anfangsminuten an ihrem früheren Mannschaftskameraden Max Brustmann. Der Rimparer Keeper, ebenso wie sein Pendant auf der anderen Seite, Stefan Schuchardt, erwiesen sich als beste Akteure ihrer Teams. Nach sechs Minuten schafften die Einheimischen, bei denen Coach Matthias Obinger zunächst auf die „Jungen Wilden“ Lukas Ulsamer, Maximilian Schmitt und Thomas Schmautz verzichtete, den Ausgleich, doch es folgte eine Serie vergebener Möglichkeiten.

Die Würfe der Obinger-Sieben wurden entweder zu früh und überhastet abgeschlossen oder Brustmann hielt. Der Kontrahent arbeitete dagegen konzentriert im Angriff. Im Gegensatz zu den Saalestädtern, die sich während der gesamten Partie nur selten erfolgreiche Zuspiele an den Kreis erarbeiteten, funktionierte die Abstimmung bei Rimpar zwischen Rückraum, Kreis und Außen. Nach einer Viertelstunde versuchte der HSC-Coach den Spielfluss des Gegners zu unterbrechen und seine Schützlinge aufzurichten. Er nahm bei einem 3:8-Rückstand die erste Auszeit.

Die Maßnahme zeigte Wirkung, mit der nachfolgenden Manndeckung des nun auflaufenden Maximilian Schmitt gegen Kristinn Björgulfson kam Sand ins Getriebe der SG. Als der Isländer mit einem Siebenmeter an Schuchardt scheiterte, war dies endgültig ein Signal zur Aufholjagd der Hausherren. Diese kämpften sich Treffer um Treffer heran: Nach 28 Minuten war der Ausgleich (9:9) geschafft. Ein vergebener Siebenmeter von Daniel Hellwig und zwei schnell abgeschlossene Angriffe des starken Julian Sauer und Felix Heinrich brachten die Mannen aus dem Würzburger Land mit zwei Toren Vorsprung in die Pause. Apropos Siebenmeter: Dem HSC wurden zwei zugesprochen, genutzt wurde keiner. Die Rimparer standen sechsmal am Punkt, dreimal scheiterten sie am Torhüter.

Nach gespielten 33 Minuten war es nun an der mitgereisten und lautstarken Fanschar, sich die Haare zu raufen. Bei einer 12:10-Führung liefen die Karrer-Mannen zwei Tempogegenstöße und scheiterten jeweils am prächtig reagierenden Schuchardt. „Wenn wir da mit 14:10 vorne liegen, hätten wir uns das nachherige Zittern sparen können“, so SG DJK-Trainer Heiko Karrer.

Der sah eine Aufholjagd der „Obinger“, die in der 42. Minute erstmals in Führung gingen (15:14). Aber auch letztmals, es folgte eine zehnminütige Torflaute. Der Gegner traf ab und an und verkraftete die rote Karte gegen seinen starken Abwehrorganisator Stig Skilbred, der nach Foul an Andreas Schröder die Halle verlassen musste, ohne größere Probleme. Stefan Schmitt und Christopher Evjen operierten wie eine Wand, die die HSC´ler abprallen ließ und gleichzeitig dem torgefährlichen Kristinn Björgulfson Verschnaufpausen auf der Bank verschaffte.

Fünf Minuten vor Spielende schöpften die einheimischen Fans nochmals Hoffnung – der Zwei-Tore-Rückstand schien nicht unaufholbar. Es folgte eine kritische Szene, die die ansonsten ordentlich pfeifenden Schiedsrichter, übrigens schon im Hinspiel im Einsatz, falsch entschieden. Bei einem Tempogegenstoß ging Gästeakteur Stefan Kraus Andreas Schröder bei dessen Wurf im Kreis an. Schröder verwarf und wartete, wie auch die staunenden Mitspieler, vergeblich auf den Siebenmeter-Pfiff. Im Gegenzug fing sich Stefan Schröder eine Zwei-Minuten-Strafe ein, dies brach den Hausherren in der stimmungsvollen Bürgermeister-Goebels-Halle vor 1000 Zuschauern endgültig das Genick.

Es gelang kein Treffer mehr, dafür klingelte es auf der Gegenseite noch viermal. Der in den Schlusssekunden von Stefan Schröder vergeigte Siebenmeter war für das Ergebnis zwar unerheblich, aber typisch für die Angriffsmisere des HSC.

Online-Tipp

LINK--> Die Bilder des Spiels von www.mainpost.de

(Quelle: www.mainpost.de)


HSC Bad Neustadt verliert Unterfrankenderby am Ende deutlich

Missglücktes Debüt für Neu-HSC-Coach Matthias Obinger: Der Handball-Regionalligist aus Bad Neustadt muss sich im Unterfrankenderby vor heimischem Publikum Aufsteiger DJK Rimpar geschlagen geben.

Nach schwachem Beginn fand der HSC immer besser ins Spiel, doch Rimpar überstand diesmal seine obligatorische Schwächeperiode und gewann verdient. Am Ende hieß es 18:24 (9:12).

Überragend DJK-Torhüter Max Brustmann, der vier Jahre für den HSC gespielt hatte: Er zog den Hausherren schon in Durchgang Eins mit elf Paraden den Zahn. Ihm stand sein Gegenüber Stefan Schuchardt, der den Vorzug vor Rotislaw Badura erhalten hatte, kaum nach.

Beste Werfer bei den Gästen Sauer und Björgulffson mit jeweils sechs Treffern. Bei den Hausherren war vor ausverkauftem Haus Andreas Schröder viermal erfolgreich.

LINK--> Hier gehts zu den bewegten Bildern des Spiels von TVtouring

(Quelle: www.tvtouring.de)




Das schreibt der Gegner:

Die DJK Rimpar trat in Bad Neustadt zum Derby an, um ein Kunststück zu versuchen, welches noch keiner unterfränkischen Handballmannschaft jemals gelungen ist. 13 solcher lokaler Aufeinandertreffen hatte der HSC bislang in seiner Vereinsgeschichte und ging noch nie als Verlierer vom Platz. Bis eben am 23.01.2010 eine vor Selbstbewusstsein und Siegeswillen strotzende DJK Rimpar dieser beeindruckenden Serie ein Ende bereitete. Vom Anpfiff weg präsentierte sich den über 1000 Zuschauern eine von Stig Skilbred bestens organisierte Abwehrreihe, die den Neustädter Rückraumkanonieren kaum aussichtsreiche Wurfgelegenheiten erlaubte und was durchkam wurde meist Beute vom erneut bärenstarken Max Brustmann, so rieb sich mancher verwundert die Augen als der heimische Favorit nach 15 Minuten nur 3 magere Treffer auf dem Konto hatte. Die DJK hielt diese Dominanz und nahm beim 9:11 eine knappe, verdiente Führung mit in die Kabine.


Leichtfertig vergebene Großchancen der Grün-Weißen verhinderten zu Beginn des zweiten Durchganges nicht nur eine frühe Vorentscheidung, sondern ließen die, von Matthias Obinger gecoachte, Heimsieben sogar nach 41 Minuten zum ersten mal die Führung übernehmen. Die intensiv geführte Partie schien zu kippen, doch von den über 200 mitgereisten Fans angefeuert, verbesserten die DJK Akteure nun ihre Trefferquote, glichen durch Kristinn Björgulfsson zum 14:14 wieder aus und zogen mit unbändigem Willen am HSC vorbei. Auch als beim 15:17 nach der roten Karte gegen Skilbred, die DJK eine kritische Situation vor Augen hatte, ließ sie in dieser Unterzahl keinen Gegentreffer zu und versetzte dem HSC kurze Zeit später durch Tore von Philipp Wiehl und zweimal Julian Sauer den Gnadenstoß, so dass am Ende auf DJK Seite ein weiterer sensationeller Auswärtssieg gefeiert werden konnte.

(Quelle: www.rimparerhandballer.de)


Heimsieg in der Fremde

Rimpars Handballer gewinnen das Regionalliga-Derby beim HSC Bad Neustadt mit 24:18

Die Mechanismen des Sports sind simpel. Wer sich durch harte Arbeit zäh von unten nach oben arbeitet, wer also buchstäblich Gras frisst, um die Liga zu halten, hat meist gravierende Vorteile gegen die Konkurrenz, die von oben kommt und nach unten durchgereicht wird. Sehenswerten Anschauungsunterricht dieser These boten am Samstagabend die beiden unterfränkischen Kontrahenten HSC Bad Neustadt und die SG DJK Rimpar, das der Aufsteiger mit 24:18 für sich entschied und sich damit für die 30:31-Niederlage vom Vorspiel rächte.

Es waren nicht die sechs Tore Unterschied in diesem geschichtsträchtigen Derby, in dem erstmals ein unterfränkischer Sieger in der Regionalliga nicht HSC Bad Neustadt hieß: Zwölf Versuche hat es gegeben von Vereinen wie Lohr oder Rimpar, aber erst der 13. Versuch gelang. Zweifelsfrei verdient, weil Rimpar in dem Ex-Neustädter Max Brustmann über den besseren zweier sehr starker Torhüter – Neustadt setzte auf die etatmäßige Nummer zwei Stefan Schuchardt – verfügte, weil die Gäste insgesamt fehlerfreier agierten als die supernervösen Hausherren – und weil Rimpars Recken wollten. Bedingungslos wollten.

Dieser Unterschied schien an diesem Samstagabend in der stimmungsvollen Bürgermeister-Goebels-Halle ausschlaggebend zu sein. Die Karrer-Crew strotzte nur so vor Selbstbewusstsein und ließ sich auch nach verworfenen Großchancen nicht beirren. „Wenns jetzt nicht klappt, dann halt das nächste Mal“ lautete das unbeschwerte Motto des Klubs, der sich nun anschickt, sich vom belächelten Kellerkind zum erwachsenen Regionalliga-Vertreter zu mausern.

Das Gegenteil auf der Gegenseite: Ein paar Fehlwürfe in der torarmen Partie genügten, um eigentlich gestandene Regionalliga-Recken gänzlich zu verunsichern. Plötzlich sollte der gerade mal 18-jährige Rückraum-Riese Andreas Schröder die komplette Verantwortung übernehmen. Der Jugendnationalspieler scheiterte nicht nur am wieder überragenden Brustmann, sondern – zumindest in der Anfangsphase – an seinen zu überhasteten Aktionen. Die führten zu Tempogegenstößen, die Rimpar gerne und vor allem dankend annahm. Auf 8:3 zogen die Gäste davon – und hatten plötzlich Heimspiel: „Steht auf, wenn ihr aus Rimpar seid“ war an diesem Abend der Brüller und locker 300 Rimparer der insgesamt 1000 Zuschauer standen, sangen, klatschten, tobten.

Auch wenn sich das Team von Matthias Obinger, den die Rimparer Fans mit dem Plakat begrüßten: „Obi – Supertrainer – Falscher Verein“ (Obinger ist waschechter Rimparer und saß erstmals auf der Trainerbank des HSC Bad Neustadt) phasenweise nochmals aufraffte und aufholte, irgendwie hatte niemand das Gefühl, der Außenseiter könne verlieren.

Auch nicht in Hälfte zwei, als Thomas Schmautz nach 43 Minuten die erste und einzige Führung der Hausherren erzielte. Weil postwendend Kristinn Björgulfsson den Ausgleich warf, Max Brustmann eine seiner kaum zu zählenden Paraden zeigte und Stig Skilbred in Überzahl das 16:15 schaffte, dem der bärenstarke und agile Julian Sauer das vorentscheidende 17:15 folgen ließ.

Da war den Neustädtern der Zahn endgültig gezogen. Zumal in dieser Phase Andreas Schröder nach einem Schlag von Skilbred verletzt behandelt werden musste. Skilbred sah dafür die Rote Karte, aber Neustadt kein Land mehr. Denn nun dominierte Rimpar derart, dass nicht mal Spielertrainer Heiko Karrer eingreifen musste. „Ich bin froh und glücklich, dass ich nicht spielen musste“ sprach hernach der Derbysieger-Coach, „weil ich mich nicht in dem Fitnesszustand befinde wie ich mir das wünsche – und weil es einfach toll ist, was meine Jungs da gezeigt haben.“

Eigentlich hätte das sein Gegenüber auch sagen können: Matthias Obinger, der Verlierer, war ein klein wenig auch ein Sieger: Schließlich hat er den meisten Jungs auf Rimparer Seite das Handball-Einmaleins in Jugendjahren gelernt – am Samstag musste er das ausbaden. Auf Obinger wartet in seinem neuen Verein eine schwere Aufgabe: „Wir haben zu viele einfache Tore gefangen und zu wenige geworfen“, analysierte er treffend und gratulierte seinem Halbbruder Sebastian Kraus zum Sieg. Der war zwar wichtig, doch sollte er nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Neuling noch immer auf den Abstiegsrängen sitzt. Die Rimparer aber fuhren diesmal heim, um die Nacht zum Tage zu machen – Matthias Obinger war diesmal nicht dabei.

(Quelle: www.mainpost.de  -  Lokalsport Würzburg)



LINK --> Hier gehts zu den besten Bildern des Spiels von Thomas Euring









(Bilder: Thomas Euring)



Die Stimmen zum Spiel:

Matthias Obinger (Trainer des HSC Bad Neustadt)
Für den Spielausgang sind meines Erachtens zwei Gründe entscheidend. Wir haben zu viele einfache Gegentreffer gefangen und im Angriff zu klare Möglichkeiten versiebt. Heute hat der Angriff das Spiel gewonnen und da waren die Rimparer einfach cleverer. Wenn man in jeder Halbzeit nur neun Treffer erzielt, wird es natürlich schwierig. Im Prinzip haben wir ja nur 30 Minuten lang, nämlich zwischen der 15. und 45. Minute getroffen, das ist halt zu wenig. Es hat uns auch das flexible Spiel gefehlt, wir haben im Gegensatz zur DJK zu statisch agiert. Kämpferisch möchte ich nicht so viel bemängeln, aber auch da müssen wir über die volle Spielzeit gehen. Nicht nur in dieser Hinsicht habe ich den Gegner besser gesehen. Ich hoffe, dass uns die Zuschauer auch weiter unterstützen, gerade jetzt sind wir in der prekären Tabellensituation auf die Unterstützung in eigener Halle angewiesen. Die Frage nach Verstärkungen möchte ich so beantworten: Ich sehe momentan die Mannschaft stark genug, um die Regionalliga zu halten. Auch der heute kritisierte Rückraum ist ligatauglich. Wie alle anderen Mannschaften sondieren aber auch wir ständig den Spielermarkt. Im nächsten Spiel in Konstanz sehe ich uns nicht chancenlos.

Heiko Karrer (Trainer der SG DJK Rimpar)
Ich glaube, unser Erfolg war verdient, weil wir unsere Gelegenheiten besser genutzt haben. Das Team hat, wie in den letzten Wochen immer, eine starke kämpferische Leistung gezeigt. Wir waren in der Abwehr bissig, Max Brustmann war an früherer Wirkungsstätte natürlich hoch motiviert. Bemängeln muss ich, dass wir uns zwei Schwächephasen geleistet haben. Eine 8:3-Führung darf man nicht so leichtfertig verschenken. Und nach der Pause kamen wir mit der 5:1-Deckung des Gegners einige Zeit nicht zurecht und haben völlig überflüssig eine Führung des HSC zugelassen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden und habe auch keinen Grund gesehen, mich einzuwechseln.

Vladimir Krepindl (früherer Trainer des HSC)
Heute hat die Erfahrung gesiegt. Ich habe Bad Neustadt schon lange nicht mehr gesehen. Ich glaube nicht, dass der HSC schon einmal ein so junges Team hatte. Auch wenn das Spiel wegen der vielen vergebenen Chancen verloren wurde: Mut für die Zukunft sollte machen, dass man diese Chancen überhaupt besaß. Und wenn die Zuschauer weiter das Team so unterstützen, wird es auch wieder andere Ergebnisse geben.



Die Statistik des Spiels:

HSC Bad Neustadt
Rostislav Badura, Stefan Schuchardt, Nils Thomas; Margots Valkovskis, Maximilian Schmitt (2), Stefan Fladt, Stefan Schröder (4), Stefan Linsmeier (2), Frank Eidam (2), Andreas Schröder (4), Daniel Hellwig (1), Lukas Ulsamer (1), Thomas Schmautz (2)

SG DJK Rimpar

Max Brustmann, Michael Fleder; Philipp Wiehl (3), Heiko Karrer, Sebastian Kraus (3), Stefan Schmitt, Tim Rösner, Christian Heinrich, Felix Heinrich (2/1), Kristinn Björgulfson (7/2), Stig Skilbred (2), Julian Sauer (7), Rainer Karrer, Kristoffer Evjen 


Siebenmeter:   HSC   0/2       DJK   3/6      

Zeitstrafen:   HSC  (-)       DJK   (-)    

Rote Karte:   DJK   1  (Skilbred nach Foulspiel)

Schiedsrichter:   
Dirk Baustert/Sebastian Häußer (TSV Alemannia Zähringen - HV Südbaden)

Zuschauer:  
1000


 RS / 24-01-2010