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Bericht: HSC - Groß Bieberau

17.10.2016 - Christian Hüther

Eklatant hohe Fehlerquote

Die Handballer des HSC Bad Neustadt befinden sich in der Dritten Liga Ost in Abstiegsgefahr. Das ist die bittere Erkenntnis einer Begegnung, in der die Gastgeber nach der unerwartet deutlichen 25:34-(11:16)-Niederlage gegen die MSG Groß-Bieberau/Modau einen ratlosen Trainer Margots Valkovskis, deprimierte Spieler und vor allem fassungslose Fans erlebten. Die, und das ist für solche Situationen ungewöhnlich, sahen sich nicht zu lauten Unmutsäußerungen getrieben, sondern, und das ist für die nahe Zukunft noch gefährlicher, eher zu mitleidigen Kommentaren veranlasst. Der allgemeine Tenor lautete: Die Mannschaft braucht wahrscheinlich kurzfristige qualitative Verstärkungen.

Dabei ging es gut los, nach drei Minuten lagen die Rot-Weißen nach zwei Leskovec-Treffern mit 2:0 in Front. Doch Leskovec konnte das Niveau nicht halten, traf dann nur noch einmal und fiel ansonsten durch Fehlwürfe und technische Fehler auf. Den Unterschied machten dann auch die Torhüterleistungen aus. Während sich der MSG-Keeper Martin Juzbasic zunehmend steigerte, brachten Felix Schmidl und später Fabian Tatzel kaum eine Hand an den Ball, die Statistik wies je zwei parierte Würfe aus.

Die Gäste verdauten den 0:2-Rückstand ohne Probleme, glichen nicht nur zum 2:2 aus, sondern setzten sich mit drei Tempogegenstößen in Folge, wobei da schon der tagesbeste Schütze, Linksaußen Maximilian Schubert, seine Klasse bewies, zügig auf 2:5 ab. „Unser Rückzugsverhalten war, obwohl während der Woche intensiv geübt, weil wir wohl auf den Gegner mit dem höchsten Tempospiel der Liga getroffen sind, unbefriedigend“, lautete eine der Erklärungen von HSC-Coach Margots Valkovskis bezüglich des späteren Debakels.

Total fahrig

Die Hausherren reagierten jedenfalls auf den Rückstand total fahrig, leisteten sich Fehlpässe und Fangfehler, Seeger und Schubert sorgten für das 2:7. Der Rückstand schmolz zwar in der 13. Minute auf 6:9 nach einem von Jan Wicklein verwandelten Siebenmeter und einem Schlagwurf von Konstantin Singwald, doch die nächsten drei Treffer wurden nach weiteren Ungereimtheiten im HSC-Spiel wieder für den Gast notiert. Wie angekratzt das Nervenkostüm beim Tabellenvorletzten ist, beweisen die zwei von Wicklein noch vor dem Seitenwechsel vergebene Siebenmeter, die der Juzbasic mit Bärenruhe entschärfte.

Dass im zweiten Durchgang Maxi Schmitt einen Strafwurf per Aufsetzer über den Kasten beförderte, war symptomatisch für den Gesamtauftritt der Saalestädter, erst Youngster Timo Riesenberger war in der Schlussphase bei dieser Übung erfolgreich.

Nach 20 Minuten beschlich die ersten Zuschauer beim Stand von 8:13 das Gefühl, dass die Partie wohl zugunsten der Südhessen entschieden ist, bestärkt wurden sie, als Gary Hines mit einem Konter scheiterte. Die Zahl der vergebenen freien Würfe war insgesamt eklatant hoch, die Gesamtstatistik aus Sicht der Einheimischen frustrierend: technische Fehler: 10:5, Fehlwürfe 10:7.

Die Hoffnung, dass die Gastgeber zur Aufholjagd nach der Pause ansetzen würden, erfüllte sich nicht, der Hattrick von Franziskus Gerr gleich nach Wiederanpfiff wurde jeweils mit einem Gegentreffer des ballsicheren Kontrahenten beantwortet, der in dieser Phase zudem bei Pfosten- und Lattentreffern Pech hatte. Nach dem 16:20 durch Gary Hines setzte dann geradezu eine Blockade bei den Valkovskis-Mannen ein, die fahrlässigen Ballverluste bestraften Schubert und der nun zunehmend treffsichere Daniel Zele binnen fünf Minuten zum 16:24. Zu diesem Zeitpunkt haderte MSG-Coach Ralf Ludwig über die Verletzung seines Kreisläufers Lucas Lorenz, „er hatte gerade erst eine längere Knieverletzung auskuriert, ich befürchte, dass es wieder etwas Gravierendes ist“.

Ludwig konnte es sich angesichts des komfortablen Vorsprungs allerdings leisten, auch den Ersatzkräften Spielpraxis zu verschaffen.

Den großen Unterschied zwischen den Teams machte auch das Spiel über die Außen aus, während Schubert und Felix Kossler, später Kris Jost, stets torgefährlich waren, hing bei der Heimsieben die Linksaußenposition wieder in der Luft, Wicklein auf Rechtsaußen wurde von Juzbasic und später vom jungen Saad Khan mehrfach abgeblockt. „Das Problem bei uns ist, dass die Spieler den Kopf nicht frei haben“, so Valkovskis, der dringend und schnellstens eine Veränderung herbeiführen muss.

Statistik zum Spiel

Dritte Liga Ost

HSC Bad Neustadt –

MSG Groß-Bieberau 25:34 (11:16)

Bad Neustadt: Schmidl, Tatzel (28. bis 44.) – Schmitt 2, Wolf, Hines 4, Riesenberger 2/1, Singwald 3, Kleinhenz, Wicklein 4/1, Pal 1, Gerr 4, Leskovec 3, Grünert 2.

Groß-Bieberau/Modau: Juzbasic, Khan (ab 36.) – von Stein 2, Schubert 9/2, Büttner 2, Seeger 1, Buschmann 2, Göttmann, Lebherz, Lorenz 3, Weber 2/2, Kossler 4, Zele 5, Jost 4.

Siebenmeter: 5/2:5/4.

Zeitstrafen: 6:6 Minuten.

Schiedsrichter: Fuß/Olsok (Leipzig)

Zuschauer: 422.

Spielfilm: 3:8 (10.), 6:12 (20.), 11:16 (30.) – 16:23 (40.), 19:29 (50.), 25:34 (60.).

Quelle: Mainpost

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