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Bericht: Kirchzell - HSC

27.11.2016 - Christian Hüther

Mini-Kader erzielt Maxi-Ertrag

Handball (ba)

Dritte Liga Ost TV Kirchzell – HSC Bad Neustadt 27:29 (11:15)

„Den Kampf ums Überleben haben wir gewonnen“, freute sich Margots Valkovskis, der Trainer des Handball-Drittligisten HSC Bad Neustadt. Die Erleichterung über den doppelten Punktgewinn, mit dem der Anschluss an die Nichtabstiegsplätze hergestellt wurde, war hörbar. Erleichtert war er vor allem deswegen, weil er mit einem Mini-Kader nach Amorbach gereist war, fielen doch mit Jan Wicklein, Vilim Leskovec, Matthias Grünert und Benedikt Kleinhenz gleich vier Akteure aus.

„Was der Rest des Teams allerdings dann aufs Parkett gebracht hat, war überragend“, so der Coach, „es waren sich alle der Bedeutung der Begegnung bewusst, haben sich zu einem konzentrierten Auftritt zusammengerissen und eine Leistung gezeigt, wie man sich schon früher ab und an in dieser Saison gewünscht hätte.“ Bezeichnend für die kampfstarke Vorstellung war der Führungstreffer, den mit Adam Pal ein Spieler erzielte, der bislang eher die Spiele von der Bank aus erlebte. Schlüssel zum Erfolg war die starke Verteidigungsarbeit.

Ob das Rezept der Odenwälder, mit einer offensiven Deckung die Rhöner anzugehen, tatsächlich der Weisheit letzter Schluss war, war nach dem Abpfiff diskussionswürdig, „da die Kirchzeller Deckung nicht kompakt am Kreis stand, ergaben sich für unser Offensivspiel viele Lücken, in die dann insbesondere Maxi Schmitt und Gary Hines hineinstießen“, so die Erklärung von Valkovskis über die Torflut gerade in den ersten zehn Minuten. Eine Fünf-Tore-Führung der Bad Neustädter raubte den Gastgebern das Selbstbewusstsein, vor allem weil jedes ihrer Tore mit einem Gegentreffer beantwortet wurde. Fehler der Einheimischen wurden von der Valkovskis-Sieben mit Kontern bestraft, wobei sich Felix Wolf und Hines als zu schnell für den Letzten erwiesen.

Dieser hätte vor dem Seitenwechsel noch höher in Rückstand geraten können, doch in Überzahl lief die Angriffsmaschinerie der Gäste nicht perfekt. Diese marschierten mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Kabine und waren sich bei der Rückkehr in die Parzival-Halle bewusst, dass der Gegner in den nächsten Minuten eine Aufholjagd versuchen würde. Dieser Versuch wurde zwar unternommen, doch er scheiterte schnell, der HSC enteilte auf 18:12.

In der Folgezeit schwang sich ein HSCler zu Großtaten auf, der sich im ersten Durchgang in Sachen Torwurf zurückgehalten hatte, nun aber nicht mehr zu stoppen war: Kreisläufer Franziskus Gerr, der jetzt auch besser angespielt wurde, traf während einer Zeitstrafe für seinen Coach zum 15:20 und ließ weitere vier Tore folgen. Als Gerr und Hines den Vorsprung zehn Minuten vor Spielende zum 25:19 ausgebaut hatten, schien die Partie entschieden.

Selbst die doppelte Unterzahl, Gerr und Valkovkis, der wegen der dritten persönlichen Strafe disqualifiziert wurde, überstanden die Gäste weitgehend schadlos, man kassierte lediglich einen Gegentreffer durch Tim Häufglöckner, und brachte die Rhöner erst einmal nicht aus dem Konzept, denn Hines stellte in Unterzahl den alten Abstand wieder her (21:26). Bitter war dann allerdings die Disqualifikation für Konstantin Singwald, der nach Ansicht der Unparteiischen eine solch unfaire Attacke gesetzt haben soll, dass sie über eine Zeitstrafe hinausging.

„In den letzten sechs Minuten konnten wir überhaupt nicht mehr auswechseln, auf der Bank saß nur noch Fabian Tatzel“, berichtete der Trainer, der jetzt nur noch vom Spielfeldrand aus eingreifen konnte. Doch der Rest der Mannschaft ließ trotz risikoreichen Anrennens der Gastgeber nichts anbrennen, Gerr zum 24:28 und Schmitt mit einem Treffer in der 59. Minute zum 26:29 brachten die wertvollen Punkte ins Ziel. „Das war ein Erfolg, der auf Wollen und Können aufgebaut war“, so Valkovskis.

Kirchzell: Jörg, Friedrich, L. Häufglöckner – Bauer 2, Polixenidis, Spross 6, Bauer 9, Gläser 2, T. Häufglöckner 3, Kunz 4/2, Mann, Weit 1, Schnabel. Bad Neustadt: Schmidl, Tatzel (ein Siebenmeter) – Valkovskis, Schmitt 9/2, Wolf 2, Hines 8, Riesenberger, Singwald 2, Pal 3, Gerr 5. Siebenmeter: 2/2:2/2. Zeitstrafen: 4:8 Minuten. Disqualifikation: Valkovskis (51., dritte Zeitstrafe), Singwald (54., beide Bad Neustadt, Foulspiel). Schiedsrichter: Gruner/Mildner (Mainbernheim/Würzburg). Zuschauer: 360. Spielfilm: 3:8 (10.), 8:11 (20.), 11:15 (30.) – 16:21 (40.), 20:25 (50.), 27:29 (60.).

Quelle: Mainpost

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