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Bericht: HSC - Groß Umstadt

18.12.2016 - Christian Hüther

Auf dem Schulberg passiert Unglaubliches

Franziskus Gerr erzielt kurz vor der Schusssirene das Siegtor – HSC feiert den Sieg und Torhüter Felix Schmidl

Der weihnachtliche Friede beim HSC Bad Neustadt-Rhön ist nach dem 24:23 (10:8)-Sieg in der Dritten Liga Ost gegen die MSG Groß-Umstadt gerettet. Nach einer denkwürdigen Partie in der Bürgermeister-Goebels-Halle auf dem Schulberg mit einer selten da gewesenen Dramatik feierten die Gastgeber und ihre Fans den zweiten Heimsieg der Saison. „So eine Endphase habe ich noch nicht erlebt“, meinte nicht nur HSC-Ex-Coach Matthias Obinger. „Was wir in den letzten 20 Sekunden gespielt haben, ist mir unerklärlich“, so ein geschockter Gäste-Trainer Tim Beckmann. HSC-Coach Margots Valkovskis, dem sichtlich ein Stein vom Herzen gefallen war, sprach das aus, was alle Zuschauer dachten: „Endlich haben wir auch einmal das notwendige Glück gehabt“.

Was war passiert? Nach einer beidseits von vielen Fehlern geprägten Partie, in der die Hausherren zeitweise einen Vier-Tore-Vorsprung herauswarfen, schafften die Gäste sechs Minuten vor dem Abpfiff erstmals wieder den Ausgleich (20:20). Der zu diesem Zeitpunkt mit Franziskus Gerr am Kreis agierende Valkovskis brachte danach seine Farben mit zwei Treffern jeweils in Führung, konnte aber den jeweiligen postwendenden Ausgleich nicht verhindern und erlebte mit Schrecken, dass die Gäste zwei Minuten vor Spielende durch Joshua Kraus in Führung gingen (23:22).

49 Sekunden vor Matchende – auf der Tribüne standen jetzt alle Zuschauer – nahmen die Hausherren eine Auszeit, schafften aber den Ausgleich nicht, weil Gary Hines in Zeitnot einen Freiwurf am Kasten vorbei setzte. Hines, der eine sehr ordentliche Vorstellung ablieferte und treffsicherster aller Rot-Weißen war, ging dann mit seinen Teamkollegen in die offene Manndeckung über. Es waren noch 20 Sekunden zu spielen, als MSG-Spielmacher Sebastian Paul, der sich Anfang der Woche noch die Schulter ausgerenkt hatte, den Sieg erzwingen wollte und zu einem Unterarmwurf ansetzte. Der Wurfversuch wurde abgeblockt. Der überragende Felix Schmidl, der eine seiner besten Leistungen im HSC-Trikot zeigte und später und zu Recht als Matchwinner gefeiert wurde, warf den Ball nach vorne, der von Gary Hines zehn Sekunden vor Spielende unter dem tosenden Jubel der heimischen Fans versenkt wurde.

Bei dieser Aktion wurde er gefoult, der MSG'ler Maximilian Brunner erhielt in einer insgesamt fairen Begegnung eine Zeitstrafe. Was dann seinen Mannschaftskameraden Florian See geritten hat, war nicht erklärbar. Dieser, der grippegeschwächt nie sein Leistungsvermögen abrufen konnte und zuvor schon zwei Siebenmeter vergeigt hatte, rannte trotz der Unterzahlsituation vom Anwurf weg Richtung HSC-Tor und schloss völlig überhastet aus großer Entfernung ab. Den Ball fing Schmidl sicher, warf ihn Richtung MSG-Kreis, fand Franziskus Gerr, der noch zwei Schritte lief und eine Sekunde vor der Schlusssirene Gäste-Keeper Thomas Bolling tunnelte.

Die wenig geforderten Unparteiischen mussten erst gar nicht mehr anpfeifen, Gerr verschwand anschließend unter einer Traube von Mitspielern, auf der Tribüne fielen sich die Fans in die Arme. „Da haben wir mindestens einen Punkt verdummt“, fluchte einer der wenigen mitgereisten Gäste-Fans, ein weiblicher wäre am liebsten in die Kabine gegangen, „um allen unseren Spielern eine auf die Backe zu hauen“.

Das Kellerduell hatte torarm begonnen. Nach zehn Minuten hatten gerade einmal Gary Hines (2.) und Dennis Daschevski (4.) getroffen. Ansonsten gab es viele unnötige Ballverluste, in der 8. Minute wehrte Siebenmeter-Experte Fabian Tatzel einen See-Strafwurf ab. Die Gastgeber agierten in den nächsten Minuten etwas sicherer, gingen mit 4:2 in Führung, um dann aber nach einigen unpräzisen Würfen – Wicklein-Vertreter Adam Pal brachte seine sämtlichen drei Versuche nicht unter – mit 4:5 in Rückstand zu geraten. Doch mit einem Schmitt-Doppelpack wendete sich das Blatt schnell, zumal Schmidl immer besser ins Spiel kam und neben einem parierten See-Siebenmeter weitere, zum Teil spektakuläre 16 Paraden zeigte.

Die Hausherren gingen mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine, waren zu Beginn des zweiten Durchgangs wesentlich präsenter als der Gegner und schienen nach dem von Felix Wolf per Tempogegenstoß erzielten 14:10 (36.) schon auf der sicheren Seite zu sein. Doch in der Folgezeit schlichen sich technische Fehler ein, in diesen Minuten wurden auch des Öfteren Pfosten und Latte anvisiert. „Mit jedem Gegentreffer wurden wir unsicherer“, so die Analyse des HSC-Trainers, „wir haben dann zeitweise wieder die Fehler gemacht, die uns schon einige Punkte gekostet haben.“

Diesmal ging es noch gut, mit Selbstvertrauen und vor allem mit dem verletzten Trio Wicklein, Kleinhenz und Grünert können die Saalestädter in die Rückrunde gehen. Einziger Wermutstropfen am Sonnabend war die Nachricht vom überraschenden Punktgewinn der Leipziger in Groß-Bieberau/Modau, der den HSC (bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich) auf einem Abstiegsplatz sitzen lässt.

Statistik zum Spiel
Dritte Liga Ost

HSC Bad Neustadt-Rhön – MSG Groß-Umstadt 24:23 (10:8)

HSC Bad Neustadt-Rhön: Schmidl, Tatzel (zwei Siebenmeter) – Valkovskis 2, Schmitt 5/1, Wolf 2, Hines 6, Riesenberger, Singwald 2, Pal, Gerr 5, Leskovec 2, Grünert (n. e.).

MSG Groß-Umstadt: Bolling, Vöhringer (n. e.) – Paul 2/1, Brunner 1, See 4/1, Acic 3, Kraus 3, Daschevski 1, Kramer 5, Wesche (n. e.), Kwiatkowski, Eisenträger 1, S. Rinschen 3, Iserinc.

Siebenmeter: 1/1 – 4/2.

Zeitstrafen: 4 – 4 Minuten.

Zuschauer: 503.

Schiedsrichter: Reuther/Tobiasch (Idstein).

Spielfilm: 1:1 (5.), 1:1 (10.), 4:3 (15.), 7:5 (20.), 9:7 (25.), 10:8 (30.) – 12:10 (35.), 15:12 (40.), 17:15 (45.), 18:16 (50.), 20:20 (55.), 24:23.

Stimmen zum Spiel

Margots Valkovskis (Trainer des HSC Bad Neustadt-Rhön): Das Wichtigste war, dass wir uns die zwei Punkte gesichert haben. Dass es wieder eine Zitterpartie wurde, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir haben den Gegner über weite Strecken dominiert, ihn durch unkonzentriertes Spiel und ungeduldige Angriffsaktionen aber wieder zurückgebracht. Unser Torhüter Felix Schmidl hat eine überragende Leistung gezeigt, aber auch die anderen Spieler, die körperlich an ihre Leistungsgrenze gegangen sind. Konstantin Singwald hat zum Beispiel trotz Grippe gespielt. Der Erfolg sollte uns auch Zuversicht für die Rückrunde geben. Wir müssen als primäre Zielsetzung einfach zu Hause mehr Punkte holen als in der unbefriedigenden Vorrunde. Wenn wir von Verletzungen, die uns sehr gebeutelt haben, verschont bleiben, sehe ich unsere Chancen auf den Klassenerhalt als gut an.

Tim Beckmann (Trainer der MSG Groß-Umstadt): Erst einmal Glückwunsch an den HSC. Was meine Mannschaft in den letzten 20 Sekunden gespielt hat, ist mir unerklärlich und wird unerklärlich bleiben. Ich habe so etwas in meiner langen Handball-Karriere noch nicht erlebt. Ich hätte auf dieses Erlebnis gerade heute gerne verzichtet. Das ganze Spiel war aber ein Spiegelbild der katastrophalen Vorrunde. Unsere Chancenverwertung ist absolut verbesserungsfähig, auch heute haben wir viele freie Würfe nicht genutzt. Dass auch unsere Personalsituation aufgrund von Verletzungen oder Erkrankungen schwierig ist, darf für so einen Spielausgang keine Entschuldigung sein. Unser Sieg gegen Großwallstadt hätte erst dann seinen Wert bekommen, wenn wir heute gepunktet hätten.

Franziskus Gerr (Kreisläufer des HSC): Dass ich den entscheidenden Treffer gesetzt habe, ist nicht so wichtig. Wichtig sind die zwei Punkte, die wir nach einer kompakten Vorstellung mit einer starken Willensleistung des gesamten Teams noch gewonnen haben.

Torschützenliste des HSC
Gary Hines 73
Maximilian Schmitt 68/11
Jan Wicklein 60/17
Vilim Leskovec 59
Franziskus Gerr 32
Konstantin Singwald 31
Matthias Grünert 13
Felix Wolf 12
Benedikt Kleinhenz 8
Timo Riesenberger 8/1
Adam Pal 6
Margots Valkovskis 4
Felix Schmidl 2

Quelle: Rhön- und Saalepost

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