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Bericht: HSC - Elbflorenz

05.03.2017 - Christian Hüther

Der Druck wächst

HSC Bad Neustadt kassiert trotz Leistungssteigerung eine klare Niederlage

Der HSC Bad Neustadt-Rhön verlor in der Dritten Liga Ost sein Heimspiel gegen den Titelaspiranten HC Elbflorenz hoch mit 24:34 (11:15) – wie schon das vorherige Heimspiel gegen den TV Großwallstadt mit zehn Toren Differenz. Doch im Vergleich zur Partie gegen Großwallstadt war eine Leistungssteigerung erkennbar. „Trotzdem kotzt es uns alle an, dass wir wieder so hoch verloren haben“, ärgerte sich nach dem Abpfiff nicht nur Rechtsaußen Jan Wicklein, der aber neidlos anerkannte, dass Elbflorenz verdient gewonnen hat.

Dass die Hoffnung der Gastgeber schon vor dem Anwurf nicht besonders groß war, bewies die Anfangsformation, wo mit Adam Pal auf der halbrechten Position ein bisheriger Ersatzspieler auflief. „Ich wollte die Mannschaft schonen“, so die Erklärung von Coach Margots Valkovskis, der ganz bewusst den angeschlagenen Gary Hines Pausen gewährte und vornehmlich in der Verteidigung einsetzte. Die Hausherren gingen durch Jan Wicklein in Führung. Nach dem ersten Siebenmeter für den Gast, den der im Konterspiel überragende Tim-Philip Jurgeleit sicher verwandelte, brachte Pal seine Farben nochmals, aber auch zum letzten Mal, in der 2. Minute mit 2:1 in Führung. Beide Kontrahenten standen in dieser Phase in der Deckung nicht sicher, sechs Treffer (3:3) nach drei Minuten sind außergewöhnlich viel.

Es folgten erste Fehler. So wussten die Gastgeber eine Zeitstrafe gegen Arseniy Buschmann nicht zu nutzen, weil der indisponierte Vilim Leskovec einen Fehlpass produzierte und Franziskus Gerr (nur in der ersten Viertelstunde im Angriff eingesetzt, er lief ab Mitte der zweiten Halbzeit auch in der Defensive nicht mehr auf) wegen eines Stürmerfouls zurückgepfiffen wurde. Solche Schnitzer bestraften die Elbflorentiner nicht nur da, sondern über die gesamte Spielzeit hinweg mit schnörkellosen Kontern. Sie deckten die Schwächen im Rückzugsverhalten des HSC schonungslos auf. Insgesamt zehn Kontertore erzielten die Gäste, wobei sich der baumlange Rico Göde, Jurgeleit und später René Boese hervortaten.

Als Gerr mit einem Lattentreffer den Anschlusstreffer verpasste, sorgte der HC-Halblinke Gabriel de Santis für die erstmalige Drei-Tore-Führung (6:3) des Favoriten. „Was mir dann überhaupt nicht gefallen hat, war unser Deckungsverhalten im Innenblock“, kritisierte in der Pressekonferenz Gäste-Coach Christian Pöhler. „Wir haben zu viele Anspiele an die Kreismitte nicht unterbinden können.“ Tatsächlich und überraschend, denn das war im bisherigen Saisonverlauf eher kein Erfolgsrezept der Einheimischen, wurde das Heil in der Offensive fast ausschließlich über den zentralen Offensivbereich gesucht. Dies gelang ordentlich, dass der zwischenzeitliche Gerr-Vertreter Matthias Grünert sich über seine persönliche Saisonbestleistung von sechs Treffern freuen durfte. Ab dem Zwischenstand von 7:4 kam Sand ins Getriebe des Tabellenzweiten, Konstantin Singwald, Gerr und Grünert glichen zum 7:7 aus.

Doch jetzt ließen sich die Rot-Weißen von den Unsicherheiten im Spielaufbau des Gegners anstecken. Zwei Fehlpässe später – HSC-Mannschaftskapitän Maximilian Schmitt hatte insgesamt keinen guten Tag erwischt – ließen Boese und Jurgeleit über eine 9:7-Führung jubeln. Der Gast setzte sich ab, nach dem 12:9 trafen sich die Rot-Weißen zur ersten Auszeit. Das Gespräch an der Außenlinie läutete keine Wende ein, weil der Felix Wolf eine gute Gelegenheit vergab, und Singwald, der in Angriff und Abwehr ein intensives Programm zu absolvieren hatte, ein Fußfehler unterlief. Elbflorenz zog auf 14:9 davon. So manche Entscheidungen wurden von den HSC-Fans als übertrieben angesehen, die Niederlage den jungen Referees aber nicht in die Schuhe geschoben. Die erste Halbzeit endete aus Sicht der Badestädter mit einem Vier-Tore-Rückstand und einer Zeitstrafe für Margots Valkovskis.

Dass diese zu Beginn des zweiten Durchgangs noch nicht abgelaufen war, wurde übersehen, weswegen der Coach noch einmal eine Zwangspause absitzen musste. Dieser Fauxpas soll zum Symbol des weiteren Verlaufs werden, in dem die HSC'ler zunehmend fahriger agierten, ungeduldig abschlossen und den Gäste-Keeper so zum Mitgaranten des zehnten HC-Sieges in Folge machten. In der 40. Minute war aus Sicht der Valkovskis-Schützlinge das Spiel beim Stand von 16:24 bereits verloren. „Ab da haben wir alle bis dahin auf der Bank sitzenden Spieler aufs Parkett geschickt zwecks Schonung der Stammkräfte für die jetzt entscheidenden Spiele gegen Coburg II und Leipzig“, so Valkovskis.

Die Statistik des Spiels
Dritte Liga Ost

HSC Bad Neustadt-Rhön – HC Elbflorenz 24:34 (11:15)

HSC Bad Neustadt-Rhön: Schmidl (1.-23., ab 44.), Tatzel (24.-43.) – Valkovskis 1, Schmitt, Wolf, Hines 1, Riesenberger 1, Singwald 4, Kleinhenz 1, Pal 1, Wicklein 6/4, Gerr 1, Leskovec 2, Grünert 6.

HC Elbflorenz: Tovas (1.-12.), Balster (ab 13.) – Hruscak 2, Jurgeleit 9/3, Boese 7/3, Buschmann 2, Desler, Göde 4, De Santis 2, Kretschmer, Hoffmann 2, Greß 2, Kammlodt 4, Quade.

Siebenmeter: 5/4 – 7/6.

Zeitstrafen: 4 – 4 Minuten.

Schiedsrichter: Sachtleber/Ekk (Hanau).

Zuschauer: 531.

Spielfilm: 3:3 (5.), 3:6 (10.), 7:7 (15.), 9:11 (20.), 10:14 (25.), 11:15 (30.) – 14:19 (35.), 16:24 (40.), 17:26 (45.), 20:28 (50.), 21:31 (55.), 24:34.

Stimmen zum Spiel
Margots Valkovskis (HSC-Trainer): Wir haben unsere Anfangsformation ändern müssen, weil Gary Hines angeschlagen war und im Prinzip nur in der Deckung eingesetzt werden sollte. Die Niederlage gegen einen laufstarken Gegner, der für mich schon deswegen das stärkste Team der Liga ist, weil es auf jeder Position doppelt gut besetzt ist, war so zu erwarten, sollte aber nicht so hoch ausfallen. Es sind uns zu viele Fehler im Spielaufbau unterlaufen, was sofort mit Kontertoren bestraft wurde. Gefallen hat mir, dass uns viele Anspiele an den Kreis gelungen sind. Gehapert hat es eher im Rückraum. Es stehen für uns nun zwei ganz wichtige Spiele an. In Coburg und gegen Leipzig sollten wir gegen Tabellennachbarn vier Punkte holen.
Christian Pöhler (Trainer des HC Elbflorenz: Wir sind froh, auch dieses Spiel gewonnen zu haben, was unsere Chance im Aufstiegskampf aufrechterhält. Was mir nicht gefallen hat, war unser Deckungsverhalten in der Innenverteidigung, das hat der HSC richtig gut gemacht. Wir haben letztlich aufgrund einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewonnen. Ob wir tatsächlich die beste Mannschaft der Liga sind, wird sich erst nach dem letzten Spieltag erweisen. Noch ein Wort zum HSC: Es ist mir unverständlich, dass ich beim Gang von der Kabine zur Pressekonferenz so viele kritische Stimmen der heimischen Fans gehört habe. Diese Kritik ist meines Erachtens nicht angebracht. Bad Neustadt hat viele junge Spieler im Kader, die noch Erfahrung sammeln müssen, heute aber engagiert aufgetreten und mit Sicherheit ligatauglich sind.

Torschützenliste des HSC
Gary Hines 111
Jan Wicklein 87/30
Maximilian Schmitt 82/13
Vilim Leskovec 76
Konstantin Singwald 49
Franziskus Gerr 47
Matthias Grünert 24
Timo Riesenberger 17/4
Felix Wolf 15
Benedikt Kleinhenz 11
Margots Valkovskis 8
Adam Pal 7
Felix Schmidl 2

Quelle: Rhön- und Saalepost

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