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Bericht: HSC - Großsachsen

12.11.2017 - Christian Hüther

War der kurz vor dem Anpfiff abgespielte Narrhalla-Marsch ein schlechtes Omen für dieses närrische Spiel des HSC Bad Neustadt-Rhön zwischen der 43. und 52. Minute? Auf die Frage von Moderator Florian Demling in der Pressekonferenz („Wie konnten wir dieses Spiel nach einer 23:17-Führung noch verlieren?“) wusste Trainer Margots Valkovskis nach der 27:29- (13:13)-Heimniederlage in der Dritten Liga Ost gegen den TV Germania Großsachsen keine wirkliche Antwort. „Es ist mir momentan völlig unerklärlich, wie wir dieses Spiel noch verlieren konnten. Vielleicht war es ein Fehler, dass ich eine frühe Auszeit bei deutlicher Führung genommen habe. Die letzte Viertelstunde war jedenfalls grausam,“ so Valkovskis. Im Foyer schwankten die Deutungen zwischen „kopflosem Spiel“ und „individuellen Fehlern“.

Tatsache war, dass die Gastgeber zwei sicher geglaubte Punkte herschenkten und den nimmermüden Gast durch Fehlpässe und technische Schnitzer (Fußfehler, Stürmerfoul) solange aufbauten, bis dieser die Wende einläutete, „an die ich eigentlich nicht mehr geglaubt hatte und der mich daher umso glücklicher macht“ (TV-Trainer Stefan Pohl). Dabei war schon in den Anfangsminuten festzustellen, dass die heimische Deckung mit den Spielern auf den gegnerischen Halbpositionen (der in Sachen Wurftechnik hervorragende Jan Triebskorn und sein Pendant Philipp Schulz brachten ihre Farben mit drei bzw. zwei Treffern 5:4 in Front) nicht zurecht kamen.

Erst nach dem 5:5 gingen die Hausherren nach einem Schulz-Fehlwurf durch einen Singwald-Treffer erstmals in Führung, vermochten den Vorsprung aber nicht auszubauen, weil sich erste Fehler im Spielaufbau einschlichen. Der Gast nutzte das. Bis zum Seitenwechsel wechselte die Führung ständig. Zu diesem Zeitpunkt saß Jan Wicklein bereits auf der Bank mit Verdacht auf Oberschenkelzerrung.

Gar nicht mitwirken konnten Timo Riesenberger (Ellenbogenverletzung) und Felix Schmidl, der sich im Abschlusstraining eine Nackenverletzung zugezogen hatte und so kurzfristig von Fabian Tatzel, der seine Saisonpremiere feierte, ersetzt wurde.

Wie schon in den letzten Begegnungen kamen die Valkovskis-Schützlinge nach ausgeglichener erster Halbzeit hellwach aus der Kabine. Ein Doppelpack von Singwald sorgte für die erste Zwei-Tore-Führung. TV-Spielmacher Robin Unger verkürzte per Siebenmeter. Weder Weber noch Tatzel vermochten die insgesamt fünf Siebenmeter, die die gut leitenden Berliner Schiedsrichterinnen verhängten, zu parieren. Franziskus Gerr, der ebenso wie Max Kalliske endlich Gefahr am Kreis ausstrahlte, die Anspiele sicher aufnahm und die Kugel versenkte, stellte den alten Abstand wieder her. Nach dem 16:15 begann die beste Phase der Hausherren. Im Angriff lief es wie geschmiert, in der Defensive wurden Würfe von Triebskorn und Schulz abgeblockt und Konter gelaufen.

Filip Milutinovic als Wicklein-Vertreter auf der Rechtsaußenposition, Maximilian Schmitt, Wicklein per Siebenmeter sowie noch einmal Milutinovic nach einem abgefangenen Triebskorn-Querpass sorgten binnen vier Minuten für eine komfortable Fünf-Tore-Führung.

Diese wurde mit einem Singwald-Gewaltwurf und einer Flugeinlage von Martin Bieger auf sechs Tore ausgebaut. In der 42. Minute schien beim Stand von 23:17 der nächste Heimsieg perfekt. Glaubten jedenfalls die 743 Zuschauer, was bislang die Rekordkulisse in dieser Saison bedeutete. Doch mit seiner zweiten Zeitstrafe läutete Konstantin Singwald unfreiwillig die Wende ein. Nach dem 23:18 nahm Margots Valkovskis eine Auszeit. „Das war möglicherweise ein Fehler“, meinte er später, „die frühe Auszeit wäre vom Ergebnis her nicht notwendig gewesen“. Der Gegner profitierte jedenfalls von den folgenden Unkonzentriertheiten der HSC'ler.

Mit Fußfehlern, deren Ausgangspunkt schlechte Anspiele waren, unplatzierten Würfen, mit denen man den bis dahin keineswegs herausragenden Marius Fraefel im TV-Kasten aufbaute, und einem vergebenen Strafwurf von Wicklein im ungünstigsten Moment beim Stand von 23:21, wurde die Partie unversehens wieder spannend.

Als Philipp Ulrich vom Kreis zum Ausgleich (23:23) einnetzte, kam Unruhe auf der Tribüne auf. Die zehnminütige Torflaute beendete Gary Hines mit dem 24:23. Doch Germania ließ sich nicht abschütteln, ging durch ihren Rechtsaußen Michell Hildebrandt erstmals in Führung (26:25) und baute diese vorentscheidend auf 28:25 aus (58.). Singwald verkürzte noch einmal, doch als Triebskorn 50 Sekunden vor Spielende beim 29:26 Nick Weber, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, überwand, war die zweite Heimniederlage perfekt. Diese bringt Bad Neustadt wieder in Nöte. „Die letzten beiden Spiele in der Vorrunde, jeweils auswärts in Magdeburg und Hanau, werden bei dem angeknacksten Selbstvertrauen nicht einfach“, vermutet Co-Trainer Igor Mijanowski.


Die Statistik des Spiels
Dritte Liga Ost

HSC Bad Neustadt-Rhön – TV Großsachsen 27:29 (13:13)

Bad Neustadt: Weber, Tatzel (2 Siebenmeter) – Schmitt 4/2, Wolf, Hines 6, Bieger 1, Singwald 6, Pal, Kalliske 2, Wicklein 1/1, Milutinovic 2, Gerr 3, Leskovec 2.

Großsachsen: Fraefel (1.-33., ab 40.), Heinecke (34.-40.) – Kadel 1, Triebskorn 7, Schulz 7, Rob. Unger 6/5, Straub 1, Reisig, Buschsieper, Hildebrandt 4, Rog. Unger, Ulrich 3.

Schiedsrichter: Kruska/Lange (Berlin).

Siebenmeter: 4/3 – 5/5.

Strafzeiten: 8 – 10 Minuten.

Zuschauer: 743.

Spielfilm: 2:2 (5.), 4:5 (10.), 8:7 (15.), 9:9 (20.), 10:11 (25.), 13:13 (30.) – 16:14 (35.), 20:15 (40.), 23:18 (45.), 23:21 (50.), 25:24 (55.), 27:29.

Stimmen zum Spiel
Margots Valkovskis (Trainer des HSC): So kurz nach Spielende lässt sich die Niederlage nur statistisch analysieren: Wir haben in den letzten 18 Minuten nur vier Treffer erzielt und elf kassiert. Das spricht sowohl gegen unser Offensivspiel als auch gegen das Abwehrverhalten, wo wir überhaupt nicht mehr kompakt standen. Wir haben jetzt bis Weihnachten noch zwei schwierige Auswärtsspiele zu bestreiten. In Magdeburg und Hanau werden wir, auch wenn sonntags gespielt wird, ganz anders auftreten müssen.

Stefan Pohl (Trainer des TV Großsachsen): Wir haben nicht gewonnen, weil wir den besseren Handball gespielt haben, sondern weil wir mit Leidenschaft über 60 Minuten gekämpft und uns nie mit einer Niederlage trotz deutlichen Rückstandes abgefunden haben. Ich bin stolz auf meine Spieler. Das notwendige Quäntchen Glück, das auch dabei war, hat sich die personell schwer geschwächte Mannschaft durch ihren Kampfgeist auch verdient. In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut verteidigt, in der Schlussviertelstunde fast optimal, wobei unser Torhüter etliche Gegentreffer verhindert hat. Aufgrund der Personalnot möchte ich meine Mannschaft als angeschlagenen Boxer bezeichnen. Und ein solcher ist immer gefährlich.

Michal Panfil (Ex-Spieler des HSC): Vielleicht fühlten sich die Spieler nach der deutlichen Führung zu sicher. Auf jeden Gegentreffer haben sie zunehmend verunsichert reagiert und waren dann nicht mehr in der Lage, mit kühlem Kopf zu spielen. Den hatte Großsachsen. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass es im Handball oft schwerer ist, einen Vorsprung zu verteidigen als einen Rückstand wettzumachen.

Quelle: Rhön - und Saalepost 

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