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Bericht: Groß-Bieberau - HSC

06.05.2018 - HSC Bad Neustadt

Große Tristesse

Handball (ba)

Dritte Liga Ost MSG Groß-Bieberau/Modau HSC Bad Neustadt-Rhön 22:20 (12:8)

Der HSC Bad Neustadt spielt in der nächsten Saison in der Bayernliga Handball. Diese Schreckensnachricht verbreitete sich noch am Samstagabend wie ein Lauffeuer in der Stadt und rief verständlicherweise große Tristesse hervor. Aber auch vor Ort waren die Spieler, Verantwortlichen und mitgereisten Anhänger geschockt. Die Hoffnung, auf den letzten Drücker den Klassenerhalt zu schaffen, zerstob nach nervenaufreibenden 60 Minuten in Groß-Bieberau. Wenig tröstlich aus Sicht der Gäste war die Tatsache, dass diese auch bei einem Sieg den direkten Klassenerhalt nicht geschafft hätten, da die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf ausnahmslos gewannen. Die vor dem Anpfiff angestellten Rechenspiele hinsichtlich Klassenerhalt und möglichem Relegationsspiel hatten sich so erledigt.

Spiel gerät aus den Fugen

Dass die Moral der Saalestädter auch am letzten Spieltag intakt war, bewies zumindest die Anfangsphase, als die Abwehrarbeit vorzüglich war, den Odenwäldern gelang ihr erster Treffer erst in der siebten Minute durch Benjamin von Stein. Zu diesem Zeitpunkt hatten Gary Hines mit Doppelpack und Martin Bieger für eine 3:0-Führung gesorgt. Diesen Vorsprung verteidigten die Igor-Mjanowski-Mannen bis zur 13. Minute, Franziskus Gerr sorgte mit zwei Toren binnen einer Minute für die 7:4-Führung. Doch nach der von MSG-Coach Thorsten Schmid geforderten Auszeit geriet das HSC-Spiel wie so oft in dieser Saison für längere Zeit komplett aus den Fugen. „Wir haben vor allem im Angriff zu viele Fehler gemacht und bis zur Pause nur noch einmal durch Vilim Leskovec in der 23. Minute getroffen“, so Mjanowski, für den diese Phase spielentscheidend war.

Mit dem Mute der Verzweiflung

Die Fehlwürfe und Ballverluste des Gegners nutzten die „Falken“ konsequent, verkürzten durch mehrere Konter den Rückstand und gingen schließlich mit komfortabler Führung in die Kabine. „Wobei unser Rückstand sogar noch höher hätte ausfallen können, hätte Felix Schmidl, der sehr gut gehalten hat, nicht noch einige freie Würfe pariert“, sagte Mjanowski. Mit dem Mute der Verzweiflung – „in kämpferischer Hinsicht kann ich der Mannschaft wie schon in den letzten Wochen keinen Vorwurf machen“, so Mjanowski – kamen dessen Schützlinge aus der Kabine, verkürzten durch Treffer von Hines und Gerr zum Zwischenstand von 12:10 und kamen, nachdem Schmidl einen Siebenmeter von Michael Malik pariert hatte, durch Konstantin Singwald zum Anschlusstreffer.

Singwald, der seine fünf Treffer erst im zweiten Durchgang erzielte, narrte dann einige Male die gegnerische Deckung. Als Maxi Schmitt zum 13:13 einnetzte, schien eine Ergebniswende möglich. Doch es folgte wieder eine Phase minutenlanger Torflaute, die allerdings auch die Einheimischen befiel. Nach dem 14:13, für das ihr Kapitän Till Buschmann verantwortlich zeichnete (38.), dauerte es bis zur 45. Minute, ehe dann Malik Schmidl während einer Zeitstrafe für Jan Wicklein bezwingen konnte.

Flämmchen der Hoffnung erlischt

Wicklein, der nicht fit wirkte, einen Siebenmeter vergab und zeitweise von Benedikt Kleinhenz ersetzt wurde, fand nie zur gewohnten Treffsicherheit, ebenso nicht wie der grippegeschwächte Timo Riesenberger, der nur sporadisch eingesetzt wurde. Zehn Minuten vor Spielende und nach einem Treffer von Singwald zum 15:17 aus HSC-Sicht loderte das Flämmchen der Hoffnung immer noch bei den Gästen, doch fünf Minuten später war dieses erloschen. Denn Rechtsaußen Robin Büttner, von Stein und Buschmann sorgten für das 20:15, den Gästen lief jetzt die Zeit für eine Aufholjagd davon. „Auch in diesen Minuten war unser Offensivspiel nicht gut“, berichtete Mjanowski, „auch die dann offene Manndeckung sorgte nur noch für Ergebniskosmetik.“ Die Statistik gibt ihm recht, „das Ergebnis weist nicht zum ersten Mal aus, dass wir in der Deckung vernünftig gespielt haben, 22 Gegentore sind prinzipiell, und das auswärts und gegen eine solche Mannschaft, sehr gut. Was nicht gepasst hat, war unsere Wurfquote. In dieser Hinsicht konnten wir nur in der ersten Viertelstunde die ausgegebene Taktik umsetzen.“

Groß-Bieberau: Khan, Juzbasic – F. Bauer, Dziugas, Malik 5/1, Büttner 1, L. Bauer 1, Buschmann 5, I. Weber 3, Rivic 2, D. Weber, Ahrensmeier, von Stein 4, Batinovic 1. Bad Neustadt: Schmidl, Weber (n. e.) – Schmitt 3, Kleinhenz, Wolf, Hines 6/1, Riesenberger, Bieger 1, Singwald 5, Pal (n. e.), Kalliske, Wicklein 1, Gerr 3, Leskovec 1. Siebenmeter: 2/1:2/1. Zeitstrafen: 2:4 Minuten. Schiedsrichter: Beck/Braun (Sandweier). Zuschauer: 560. Spielfilm: 2:5 (10.), 4:7 (13.), 12:8 (30.) – 12:11 (35.), 17:15 (50.), 22:20 (60.).

Quelle: Mainpost

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